Eckhardt, Lahrmann und Vetter mit Einzeltiteln plus zweimal Gold der 4x75m Staffel.
14.09.2025, Recklinghausen – Das war ein historischer Erfolg. Klingt groß? Es war großer Sport, den die sieben Athletinnen und sechs Athleten des LAC Veltins Hochsauerland am zweiten Sonntag im September im Stadion Hohenhorst in Recklinghausen zeigten. Bereits am nächsten Tag konnte man einem kurzen Bericht des Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen entnehmen, dass die Summe dieser großartigen Erfolge zu Platz 1 im Medaillenspiegel führte. Der Tag begann goldig und sollte auch so enden.
Jan Vetter (TuS Rumbeck, M12) eröffnete mit dem Speerwurf den Reigen. Er hatte die größte Vorleistung (23,93m) des Starterfeldes und brauchte nur einen Versuch, um in den Wettkampf zu finden. Im zweiten Wurf segelte der Speer auf 26,73 Meter und brachte Jan die Führung ein, die er mit 27,03 Meter im vierten Durchgang ausbaute und bis zum Schluss verteidigen konnte. Jan steigerte seine persönliche Bestleistung um 3,10 Meter und holte sich den Westfalenmeistertitel. Erik Eckhardt (TV Schmallenberg) war zeitgleich im Stabhochsprung der M12 aktiv. Er wählte die Anfangshöhe bei 2,40 Meter. Diese und die nachfolgenden Höhen 2,50 und 2,60 Meter meisterte er erfolgreich. Nur bei 2,70 Meter, seiner aktuellen PB, wollte die Latte an diesem Tag nicht liegen bleiben. Da der Konkurrent bei 2,30 Meter gescheitert war, holte Erik auf Platz 1 den Titel des Westfalenmeisters.

Währenddessen stießen Mila Neise (TuRa Freienohl) und Matilda Bretschneider (TuS Rumbeck) die 3-Kilo-Kugel im 16-köpfigen W13-Wettbewerb. Trotz kleinerer Irritationen hinsichtlich des Kugelstoßsektors, kamen Beide ihren Vorleistungen nah. Leider nicht nah genug, um in den Endkampf der besten Acht einzuziehen. Mila wurde mit 7,92 Meter Zehnte, Matilda belegte Platz 11 mit 7,91 Meter.
Beim Hürdensprint über 60 Meter der W13 standen Hannah Lahrmann (TuS Rumbeck) und Josefine Zickau (TV Neheim) auf der Bahn. Im ersten von fünf Vorläufen qualifizierte sich Josefine in 10,70 Sekunden, als Vierte ihres Laufes, für das Finale. Hannah machte im vierten Vorlauf in 10,60 Sekunden den Einzug in die Finalläufe klar. Sie steigerte sich in Finallauf 1 auf 10,57 Sekunden und belegte Platz 13. Josefine erreichte nach 10,82 Sekunden das Ziel und wurde 14.
Auf den Stabhochsprung folgten Diskuswurf und Hochsprung bei Erik Eckhardt . Durch die enge zeitliche Abfolge im Zeitplan, es lagen nur 30 Minuten zwischen dem Beginn der beiden Disziplinen, verzichtete Erik auf den fünften und sechsten Wurf mit dem Diskus. Direkt im ersten Durchgang steigerte er seine Bestweite um gute zwei Meter, auf 24,69 Meter, und schleuderte das 750-Gramm schwere Gerät im vierten Versuch auf die neue PB von 26,37 Meter. Im Endergebnis Platz 1 mit deutlichem Vorsprung und dem zweiten Titelgewinn. Daniel Kramer (TuS Rumbeck) war in derselben Situation. Er trat sogar in nur zwei Versuchen an und machte es ähnlich gut, wie sein Vereinskollege. Daniel übertraf sofort im ersten Wurf mit 19,88 Meter seine persönliche Bestmarke um 1,21 Meter, mit der er im Gesamtergebnis Platz 3 , also den Bronze rang belegte. Mit der Anfangshöhe von 1,20 Meter startete er in den Hochsprungwettbewerb und hakte diese im ersten Versuch ab. Bei 1,24 Meter kam es zu einem Zittermoment, als es in den dritten Versuch ging. 1,28 Meter meisterte Daniel im zweiten Versuch und 1,32 Meter, seine bisherige Bestleistung, überflog er direkt im ersten Anlauf. 1,36 Meter waren an diesem Tag noch zu hoch, dennoch wurde Daniel guter Fünfter . Erik überquerte bei 1,42, 1,45, 1,48 und 1,51 Meter jeweils im ersten Versuch die Latte. 1,54 Meter gelangen im Zweiten. Anschließend ließ er sich die Latte auf 1,61 Meter legen. Er zeigte drei richtig gute Sprünge, doch liegen blieb die Latte leider in keinem Versuch. Trotzdem besiegelte Erik die dritte Gold platzierung.
In den Sprints über 75 Meter war das LAC mehrfach vertreten, männlich und weiblich. Der frisch gekürte Westfalenmeister Jan Vetter erreichte im vierten Vorlauf nach 11,31 Sekunden das Ziel und qualifizierte sich für die Finallläufe. Dort benötigte er 11,51 Sekunden und kam auf Platz 12. Linus Luttermann (TSV RW Wenholthausen) sprintete in der M13 in neuer persönlicher Bestzeit von 10,88 Sekunden in das Finale. Im ersten Finallauf steigerte er in 10,83 Sekunden erneut seine PB, Platz 13. Mats Schubmann (TV Neheim) zeigte sich auch gut aufgelegt. Auf Platz 2 des vierten Vorlaufs qualifizierte er sich in 10,63 Sekunden für die Endläufe. Im zweiten Finallauf erreichte Mats nach 10,69 Sekunden das Ziel, insgesamt Platz 7. Bei den Mädchen der W13 wurde mit Spannung das Rennen um die Medaillen erwartet. Matilda Bretschneider (TuS Rumbeck) bot in 10,26 Sekunden eine überzeugende Vorstellung und gewann den ersten Vorlauf. Ebenso im ersten Vorlauf vertreten war Luzia Vormweg (TuS Oeventrop) . Sie überquerte nach guten 10,80 Sekunden die Ziellinie. Charlotte Heße (TuS Rumbeck) tat es ihrer Trainingspartnerin gleich indem sie ihren Vorlauf, den fünften, ebenso gewann. Die Uhr zeigte 10,38 Sekunden. Während Matilda und Charlotte mit großem Q ins Finale einzogen, verpasste Luzia es in 0,10 Sekunden denkbar knapp. Der schnellste Finallauf wurde dann klar von der Favoritin Graciete Ntemo (LG Brillux Münster) gewonnen, dann folgte aber schon Matilda in 10,10 Sekunden auf dem Silber rang und etwas dahinter, auf Platz 5 , folgte in 10,35 Sekunden Charlotte .
Im Diskuswettbewerb der 13-jährigen Mädchen mischten Mila Neise und Hannah Lahrmann mit. Hier gingen anfänglich 16 Teilnehmerinnen an den Start. Mila eröffnete im ersten und zweiten Durchgang mit persönlicher Bestweite. Außerdem zeigte sie sich in allen Würfen stabil in der Technik mit der vollständigen Drehung. 24,32 Meter beförderten sie auf Platz 5 , von dem sie bis zum Ende nicht mehr verdrängt werden konnte. Hannah startete mit einem ungültigen Versuch. Der Diskus landete außerhalb des Sektors. Doch im zweiten Wurf reagierte sie mit einer neuen PB. Nach einem erneut ungültigen, schleuderte sie die Wurfscheibe mit 23,28 Meter nochmal zu einer PB. Damit wurde Hannah Sechste.
Linus Luttermann kam im Weitsprung der M13 zu seinem zweiten Einsatz. Es wirkte ein wenig so, als hätten die zwei starken Sprints über 75 Meter etwas mehr Kräfte gekostet. Mit Sprungweiten zwischen 4,14 und 4,24 Meter rangierte Linus deutlich unter seinen Möglichkeiten. Zumindest wurden sechs gültige Sprünge mit Platz 7 belohnt. Der Weitsprung der W13 war für Charlotte Heße auch der zweite Einzelstart, bei Hannah Lahrmann der Dritte. Die Vorleistungen der Beiden und der der Konkurrentinnen, ließ einen spannenden Wettkampf erwarten. So kam es auch. Charlotte ließ einem ungültigen Sprung im Ersten 4,42 Meter folgen. 4,31 Meter im dritten Durchgang bedeuteten keine Verbesserung. Sehr schade, war sie noch eine Woche zuvor 4,79 Meter gesprungen. Hannah landete zu Beginn bei 4,55 Meter, Platz 2 nach Versuch 1. In Durchgang 2 wurde sie von drei Athletinnen überholt. Im dritten Sprung wurden 4,62 Meter gemessen, Platz 4. Mit 4,67 Meter in vierten Versuch verbesserte sie sich auf Platz 2. Der Absprung des fünften Versuchs leitete das Herzschlagfinale ein. Die Kampfrichterin überprüfte per Videobeweis. Nach mehrmaligem Abspielen der Bilder gibt sie den Versuch gültig, die weiße Fahne wird gehoben. Dann die Bekanntgabe der Weite: 4,88 Meter. Lauter Jubel. Für den Moment Platz 1. Alle anderen Kontrahentinnen hätten noch kontern können, taten sie aber nicht. Die letzte Springerin landete bei 4,87 Meter, Hannah blieb auf dem Gold rang und wurde Westfalenmeisterin.
Doch nicht nur an den technischen Anlagen, sondern auch auf der Laufbahn gab es noch sportliche Entscheidungen. Jette Vielhaber (TuS Calle-Wallen) schritt im zweiten, dem schnelleren, Zeitlauf der 800 Meter in der W13 an die Startlinie. Sie überstand das Gerangel nach dem Startschuss unbeschadet und ordnete sich vorne mit ein. Jette zeigte ein starkes Rennen gegen starke Läuferinnen und überzeugte mit persönlicher Bestzeit von 2:32,34 Minuten auf Platz 6. Gleiches erlebte Matti Grobbel (VfL Fleckenberg) in der M13. Vielleicht war er etwas zu passiv gestartet, um dem Gerangel besser zu entgehen und weniger Kräfte aufwenden zu müssen, um nach ganz vorne zu laufen. Doch in 2:32,33 Minuten verfehlte er seine PB nur knapp und bestätigte mit Platz 9, seine Platzierung in der Meldeliste.
Die Staffel wettbewerbe über 4x75 Meter bildeten den Abschluss der Veranstaltung. Anhand der gezeigten Leistungen in der gesamten Freiluftsaison war das weibliche LAC-Quartett kleiner Favorit im Rennen um Gold. Trotz des bereits sehr langen Wettkampftages, einige hatten 6 Stunden zuvor ihren ersten Einzelstart, war von Anfang an Feuer drin. Charlotte Heße legte los wie die Feuerwehr und übergab flüssig an Matilda Bretschneider, mit Sprint-Silber im Gepäck erhöhte sie das Tempo und schickte, ohne Geschwindigkeit einzubüßen, Hannah Lahrmann auf die kurze Reise. Deutlich in Führung liegend erhielt Luzia Vormweg das Staffelholz und sprintete beherzt ins Ziel. Die Uhr stoppte bei 39,23 Sekunden, knapp eine halbe Sekunde schneller als die Zeit der bisher führenden Staffel aus Coesfeld (39,71s). Nachdem kurzzeitig eine falsche Zeit in den Ergebnislisten erschien, war nach kurzzeitig bangem Warten klar, der Sieg gehörte ihnen. Endlich Westfalenmeisterinnen in der Staffel. Unmittelbar vor den Mädchen sorgten die Jungen für eine große Überraschung. Denn sie erreichten nicht weniger als den Westfalenmeistertitel . Auch hier war keinem der lange Tag anzumerken. Mats Schubmann schob die Staffel kräftig an, übergab an Linus Luttermann, der den Staffelstab ebenfalls erfolgreich an Erik Eckhardt weiterreichte. Jan Vetter übernahm von Erik und brachte das Meisterstück zu Ende. 41,58 Sekunden. Unglaublich, was eine Überraschung zum Abschluss.
Herzliche Glückwünsche zu euren großartigen Leistungen! Beeindruckend.