Kampmann und Lucas überzeugen bei DM Mehrkampf Jugend

23. Sep 2025
AKTUELL

Kampmann und Lucas überzeugen bei DM Mehrkampf Jugend

Kampmann trotzt muskulären Problemen – Lucas steigert sich um 393 Punkt.

29./30.08.2025, Leverkusen – Das letzte Wochenende im August stand unter dem „Mehrkampf-Stern“ der Jugendklassen. Die Fritz-Jacobi-Anlage in Leverkusen war Austragungsort für die Deutschen Mehrkampfmeisterschaften der Altersklassen U16, U18 und U20. Für das LAC Veltins Hochsauerland nahmen Lina Kampmann (W14) und Julius Lucas (M14) vom TV Neheim an den Titelkämpfen teil. Für Beide die ersten Deutschen Meisterschaften.

 Lina Kampmann

Lina (W14) startete erfolgreich mit ihrer zweitbesten Hürdenzeit (13,02s), die sie bisher über 80 Meter gelaufen ist, in ihren Siebenkampf. Besonders erfreulich, da hartnäckige muskuläre Probleme, im Vorfeld der Meisterschaft, das Training stark einschränkten und ungewiss ließen, ob und wie Lina teilnehmen kann. Dank sehr guter physiotherapeutischer Betreuung war die Teilnahme gesichert und der Einstieg beschwerdefrei gelungen. Bei schwierigen Windverhältnissen nutze Lina die Versuche 1 (4,59m) und 2 (4,82m) um sich auf die wechselnden Winde einzustellen. Im dritten und zugleich letzten Sprung landete sie erst bei 5,00 Meter. Eine Steigerung der PB um 14 Zentimeter. Disziplin 3 war der Speerwurf. Durch eine Verwechslung zwischen Fina und Lina, aus der dann ein Wiederholungswurf resultierte, brachte Unruhe in Linas Wettkampf. Trotzdem konnte sie ihren Speer im dritten Wurf auf 32,11 Meter befördern und Platz 10 von 38 Athletinnen in der Disziplinwertung belegen. Der Hochsprung markierte den Abschluss des ersten Tages. Lina bewältigte ihre „Wackeldisziplin“ mit 1,34 Meter souverän.

Der zweite Wettkampftag wurde mit den Sprints über 100 Meter eröffnet. Nach sehr gutem Start war dann keine vollständige Beschleunigung bei Lina zu beobachten. Leider machte sich bei etwa der Hälfte der Oberschenkel bemerkbar. 13,36 Sekunden waren immer noch eine wirklich gute Zeit, dennoch fast eine halbe Sekunde von ihrer persönlichen Bestzeit, die sie beim Qualifikationswettkampf in Blomberg erzielt hatte, entfernt. Nach einer kurzen und lindernden Physio-Maßnahme konnte die Mehrkämpferin vom TV Neheim ihren Wettkampf fortsetzen. Und wie. Die lang ersehnte Leistungssteigerung im Kugelstoßen konnte Lina realisieren. Nach 7,70 Meter in Rhede und 7,60 Meter in Blomberg wuchtete sie die 3-Kilo-Kugel im zweiten Stoß auf 8,55 Meter. Mit der zweiten PB im Rücken ging Lina den abschließenden 800-Meter-Lauf offensiv an. Dies war ein klares Zeichen für die richtige Einstellung. Vielleicht etwas zu sehr angetrieben von der späteren Schnellsten (2:21,82min) baute sie in der zweiten Runde sichtbar ab, rettete sich aber respektabel mit 2:51,70 Minuten ins Ziel. In der Endabrechnung standen 3.354 Punkte zu Buche, kaum weniger als in der Qualifikation (3.410). Sehr hoch einzuschätzen aufgrund des sehr eingeschränkten Trainings und des zweiten Wettkampftages.

 Julius Lucas / Vorne vierter von links

Julius (M14) eröffnete durch unterstützenden Rückenwind mit einer inoffiziellen persönlichen Bestzeit seinen Neunkampf. Für die 100 Meter brauchte er nur 12,33 Sekunden, allerdings hatte es der Wind mit 2,6 m/s zu gut gemeint, daher inoffiziell. Es folgte das Kugelstoßen auf dem Nebenplatz. Das Einstoßen begann vielsprechend, endete jedoch durchwachsen. Dann misslang der erste Stoß im Wettbewerb (8,64m) und es wurde schon das erste Mal spannend. Julius zeigte aber im zweiten Versuch, dass er nichts anbrennen lassen möchte. 10,23 Meter waren der weiteste Stoß für ihn und bedeuteten eine neue PB (vorher 9,78m). Disziplin 3 war der Diskuswurf. Julius hatte die nötige Lockerheit und zeigte sehr gute Versuche im Einwerfen. Doch den Wettkampf begann er mit einem ungültigen Wurf. Plötzlich war da wieder die (An)Spannung, die so eigentlich keiner haben möchte. Oder braucht Julius die vielleicht? Zumindest „entschärfte“ er die Situation prompt mit 36,38 Meter im zweiten Versuch. Im dritten Durchgang ließ er noch eine neue Bestweite auf 38,03 Meter folgen. Der reale Rückenwind von den 100 Metern wurde nach drei erfolgreichen Disziplinen zum sinnbildlichen Rückenwind, mit dem es dann zum Stabhochsprung ging, der vierten und letzten Disziplin am ersten Tag. Das Einspringen verlief mit Blick auf die Höhen sehr vielversprechend. Eventuell wollte Julius bereits zu hoch hinaus und ließ sich kaum bremsen. Im Wettkampf meisterte er die Höhen 2,70, 2,80, 2,90 und 3,00 Meter direkt im ersten Versuch. Bei 3,02 Meter lag seine Bestleistung. 3,10 Meter konnte er im dritten Versuch überwinden. Die nachfolgenden 3,20 Meter übersprang Julius im Zweiten. Letztlich kämpfte Julius noch um die 3,30 Meter, da blieb die Latte fast liegen, aber nur fast. Am Ende wackelte die Latte nach einer Berührung so stark, dass sie doch von den Auflegern hinunterfiel. Nachdem Julius im Diskuswurf Drittbester war, platzierte er sich im Stabhochsprung auf zwei. In der Gesamtwertung lag Julius nach Tag 1 aussichtsreich auf Platz 4, wenige Punkte hinter Platz 3, von 23 Athleten.

Der zweite Wettkampftag startete mit den 80-Meter-Hürden, Disziplin 5. Im zweiten Zeitlauf erreichte Julius in neuer PB von 12,57 Sekunden (vorher 12,78s) das Ziel. Der Hochsprung folgte. Der Wettbewerb begann so durchwachsenen wie das Einspringen zuvor bereits verlief. Anfangshöhe 1,40 Meter. Julius baute anfangs kleine Fehler ein, die es erschwerten, einen guten Rhythmus, ein gutes Sprunggefühl zu entwickeln. Als 1,55 Meter auflagen, Julius bereits zwei Fehlversuche hatte, machte es im dritten Versuch „Klick“. Er überhöhte die Latte deutlich. Es folgten 1,58 und 1,61 Meter jeweils im ersten Sprung. Dann war Schluss, die alte PB um sieben Zentimeter gesteigert und wieder wertvolle Punkte gesammelt. Im Anschluss stand der Speerwurf auf dem Zeitplan. In seiner Paradedisziplin blieb er zwar unter seiner persönlichen Bestmarke, steigerte sich aber mit 41,42 Meter um fast vier Meter zum Neunkampf in Rhede und wurde Dritter in der Disziplinwertung. Nun standen nur noch Weitsprung und der 1000-Meter-Lauf aus. Mittlerweile hatte Julius stark zunehmend schwere Beine. Das machte sich beim Anlauf im Weitsprung bemerkbar. Im ersten Durchgang erreichte er nicht annähernd das Brett und verschenkte mindestens einen halben Meter (4,87m). Die selbst vorgenommene Korrektur führte zu einem ungültigen Versuch. Brisant, würden doch wertvolle Punkte flöten gehen. Und wieder, zum dritten Mal in diesem Neunkampf, rettete sich Julius selbst. 5,40 Meter waren ein Plus von 20 Zentimeter zu Rhede und ein versöhnlicher Abschluss der technischen Disziplinen.

Mit der Aussicht auf Platz 6 ging der Mehrkämpfer vom TV Neheim in den abschließenden Lauf über 1000 Meter. Mit Beinen wie Steine hielt er sich trotzdem optimal an die vorher durchgesprochenen Zwischenzeiten für eine Endzeit von 3:20,00 Minuten. Obwohl ihn auf den letzten Metern die Kräfte verließen, unterbot er in 3:22,16 Minuten seine PB um fast sechs Sekunden. Am Ende hat Julius 4.810 Punkte, 10 Punkte weniger als Platz 6, gesammelt und Platz 7 erkämpft. Satte 393 Punkte mehr als Ende Mai in Rhede.

Wir gratulieren euch zu den großartigen Ergebnissen bei euren ersten Deutschen Meisterschaften.

Vorschaubild: Urheber_R.Reinhard

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